Ich liege eingemummelt in meinem frisch bezogenem Bett. Der Regen spült die letzten Kippen vom Isarstrand und das Dauerhaft, so stelle ich es mir vor.
Ich wollte es die ganze Zeit. Neun Monate lange sehnte ich mich nach meinem Bett. Diesen Moment, mit meinem Laptop auf dem Schoß, Essen, sinnloses Zeug googlen, aus der Sonos-Box dudelt Radio Paradise und der einzige Moderator liebt immer noch die Black Keys.
Also liege ich nun hier, als wäre nichts passiert, als wäre ich nie weggewesen. Alles normal, nur jeder Tag ist Sonntag, so ohne Job.
Es ist irre. Ich fühle nichts. Ich frage nichts und doch, was ist passiert?
Seit 12 Tagen bin ich nun zurück in der Stadt, die ich liebe. Die gleichen Menschen, die gleichen Häuser. Selbst das Atmen fühlt sich gleich an. Und schon bin ich in alten Verhaltensmustern.
Als ich die Tür zu meiner Wohnung aufsperre, dieser Geruch, der mir entgegen strömt, das bin nicht ich. Das ist nicht meine Wohnung, wenigstens nicht jetzt.
Langsam beseitige ich die Überreste meines Untermieters. Es ist dieser Geruch, Brennspiritus hat er zum Putzen benutzt. B R E N N S P I R I T U S. Das Geschirr hat er offenbar nicht gewaschen. Ein bisschen ekelt's ich mich und hasse mich dafür, mein Baby untervermietet zu haben, aber so ohne Geld geht's eben auch nicht.
Ich kann eine Beziehung zu Dingen aufbauen, ich liebe meine Stadt, meine Wohnung, meinen lieblings Mantel, nur mit Menschen klappt das eher nicht.